Anwendungshandbuch

Anwendungshandbuch
Anwendungsleitfaden
Die Digitalisierung schreitet rasant voran und hat inzwischen sämtliche Wirtschaftsbereiche erfasst, darunter auch das Bauwesen. Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Herausforderung dar, der sich die Baubranche zu stellen bereit ist. Zugleich bietet sie eine echte Chance, digitale Methoden und Werkzeuge noch stärker in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren. Wenn es um Digitalisierung und Bauen geht, führt an einem zentralen Thema kein Weg vorbei: "Building Information Modeling", allgemein als "BIM" bekannt. BIM wird unsere berufliche Praxis, die Planung von Projekten und unsere Arbeitsweisen grundlegend verändern. Seine Auswirkungen werden mit der Einführung des computergestützten Zeichnens ab den 1980er-Jahren vergleichbar sein oder sogar darüber hinausgehen.
Die BIM-Methode schafft Mehrwert in den verschiedenen Phasen eines Bauprojekts und ermöglicht es, die zugehörigen Prozesse zu optimieren. Dadurch können wir die Qualität der Gebäude verbessern und gleichzeitig die Effizienz der am Bau Beteiligten sowie die Produktivität der gesamten Branche steigern. Darüber hinaus werden wir mithilfe von BIM mittel- und langfristig die im Rahmen der Dritten Industriellen Revolution gesetzten Ziele erreichen, insbesondere durch die Entwicklung von Gebäuden, die den Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft entsprechen. Deshalb wird BIM in der Ende 2016 veröffentlichten Rifkin-Studie als eine der tragenden Säulen für die künftige Entwicklung des Bauwesens bezeichnet.
Der Übergang in das Zeitalter von "Digital Lëtzebuerg" bietet somit große Chancen, die es zu nutzen gilt. Eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren stellt einen entscheidenden Vorteil dar und kommt der Entwicklung der Baubranche und damit auch unserem Land in besonderem Maße zugute. Dabei dürfen wir jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass ein solcher technologischer Wandel nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten einbezogen werden: nicht nur Bauherren und Planer, sondern auch die Unternehmen und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Aus diesem Grund hat das CRTI-B, das Ressourcenzentrum für Technologien und Innovation im Bauwesen, im Jahr 2015 eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sämtliche Akteure der luxemburgischen Baubranche zusammenbringt. Ihr Ziel war es, gemeinsam ein Referenzdokument für die BIM-Zusammenarbeit in Luxemburg zu erarbeiten. Dieser "BIM-Anwendungsleitfaden" für die luxemburgische Baubranche ist der erste Schritt einer begleitenden Unterstützung bei der Einführung von BIM und beim digitalen Wandel der Unternehmen.
Allen Partnern, Institutionen und Verbänden sowie allen an diesem Projekt beteiligten Personen gilt der Dank für ihren Beitrag, ihre wertvolle Arbeit und ihren Einsatz. Sie haben das Projekt "BIM in Luxemburg" zu einer echten Gemeinschaftsleistung aller Akteure der Branche gemacht. Dieser Ansatz entspricht ganz dem Geist des CRTI-B!
Dieser Leitfaden zeigt außerdem, dass gemeinsames Arbeiten, das Teilen von Wissen und der Austausch von Kompetenzen bestmögliche Fortschritte bei gleichzeitig hoher Qualität ermöglichen und langfristig zur Weiterentwicklung der gesamten Branche beitragen.