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Holzschutzmittel

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Einführung

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Holzschutz im weitesten Sinne umfasst alle Maßnahmen zur Erhaltung von Holz und Holzwerkstoffen; unterschieden wird dabei in den konstruktiven, physikalischen und chemischen Holzschutz.

Konstruktiver Bauschutz muss bereits in der Planung berücksichtigt werden. Mit Schwerpunkt auf die Ausrichtung des Gebäudes, der Fassadengestaltung, der Anordnung schützender Dachüberstände, sowie bei der Detailausbildung, muss der Erdkontakt, die Tauwasserbildung und die dauernde Durchfeuchtung des Holzes durch Regen- und Spritzwasser vermieden werden. Das erneute Austrocknen durchfeuchteter Hölzer muss gewährleistet sein, wesentlicher Bestandteil des konstruktiven Holzschutzes ist aus diesem Grunde die Be- und Hinterlüftung der Konstruktion und der Bauteilschichten, um den Abtransport von vorhandener Feuchtigkeit zu gewährleisten.

Nachfolgend wird näher auf den chemischen Holzschutz eingegangen. Dieser soll vorbeugend gegen holzzerstörenden oder die Holzqualität beeinträchtigenden Insekten- und Pilzbefall wirken (Präventivprodukte), bzw. einen vorhandenen Befall bekämpfen (Kurativprodukte).

Nach ihrer stofflichen Zusammensetzung lassen sich Holzschutzmittel (HSM) in wasserlösliche HSM, ölige HSM und lösemittelhaltige HSM einteilen.

Um die richtige Auswahl beim Einsatz von HSM zu treffen, muss erst die Gefährdungsklasse des Holzes je nach Einsatzbedingungen definiert werden:

Tabelle: Gefährdungsklassen des Holzes nach DIN 68800-3 [7]
Gefährdungsklasse GK
Anwendungsbereiche / Beanspruchung
Gefährdungstyp
0
Innenbauteile, ständig trocken
-
1
Innenbauteile, trocken, rel. Luftfeuchtigkeit bis 70%
Insekten
2
Innenbauteile, rel. Luftfeuchtigkeit zeitweise über 70%, Tauwasser und Außenbauteile ohne unmittelbare Wetterbeanspruchung
Insekten und Pilze
3
Außenbauteile mit Wetterbeanspruchung
Insekten, Pilze und Auswaschung
4
Holzbauteile in ständigem Erd- und/oder Süßwasserkontakt
Insekten, Pilze, Auswaschung und Moderfäule



GK 0 bedarf keines chemischen Holzschutzes. Aber auch bei GK 1 bis GK 4 ist die Anwendung von chemischen Mitteln nicht zwingend notwendig, sondern es können auch Hölzer eingesetzt werden, die für die jeweilige Gefährdungsklasse ausreichend natürlich dauerhaft sind. [3] Beispielsweise kann die einheimische Robinie bis zu einer Gefährdungsklasse 4 eingesetzt werden. [48]

Eine Bewertung der Effekte von Holzschutzmitteln auf Mensch und Umwelt, bzw. der in ihnen enthaltenen Wirkstoffe, ist schwierig und setzt einen hohen toxikologischen Kenntnisstand voraus. An dieser Stelle wird nicht auf die generelle Problematik der Risikoabschätzung und der verschiedenen Konzepte zur Ermittlung akzeptabler Konzentrationen von Wirkstoffen eingegangen. Generell sollte von dem Minimierungsgedanken ausgegangen werden: Jede unnötige Einwirkung von Chemikalien auf den Menschen gerade im Wohnbereich sollte vermieden werden.

Beim Kauf von Holzprodukten für den Außenbereich sollten kesseldruckimprägnierte Erzeugnisse bevorzugt werden, die einen lang anhaltenden Schutz gegen holzzerstörende Insekten und Pilze gewährleisten. Vor Bläuepilzen schützt die Kesseldruckimprägnierung allerdings nicht immer zuverlässig, ggf. wird ein zusätzlicher Bläueschutzanstrich notwendig. Der Farbton des Holzes kann durch ein Nachstreichen mit einem schadstoffarmen Anstrichmittel nach Belieben angepasst werden. Holzprodukte zum Aufstellen bzw. Einbau in Wohn- und Aufenthaltsräumen (z. B. Wand-/ Deckenbekleidungen, Bodenbelege, Möbel), sollten nicht mit Holzschutzmitteln behandelt werden. [47]

Holzschutzmittel können Stoffgruppen mit bekannten kritischen Eigenschaften für Mensch und Umwelt enthalten. Die eigentlichen Wirkstoffe der Holzschutzmittel bezeichnet man als Biozide. Seit dem Inkrafttreten der Biozid-Richtlinie 98/8/EG1 im Jahr 2002 unterliegen Biozid-Wirkstoffe einem speziellen, EU-weitem Bewertungsverfahren (Holzschutzmittel bilden in der Hauptgruppe 2 „Schutzmittel“ eine eigene Produktgruppe). Die einzelnen Biozidprodukte (also auch Holzschutzmittel) werden dagegen weiterhin von den Mitgliedstaaten zugelassen.

Die biozide Wirkung von wasserlöslichen Holzschutzmitteln wird durch organische oder anorganische Salze erzeugt. [3] Ein Problem ist die Auswaschung der Salze durch Feuchtigkeit (Regen). Salze, die in Gefährdungsklassen 1 und 2 eingesetzt werden, bleiben stets auswaschbar und müssen auch auf der Baustelle gegen Nässe abgedeckt werden. Salze für die Gefährdungsklassen 3 und 4 sind nicht auswaschbar und enthalten Chromate (Chrom-VI-Verbindungen), sie benötigen eine Fixierzeit von mehreren Wochen im Holz. In dieser Zeit muss das Holz vor Regen geschützt werden. [3]

Der Einsatz von Holzschutzmitteln in trockener Form, die Salze und/oder Chromate enthalten und auf der Baustelle mit Wasser angereichert und vermischt werden müssen, ist in Europa rückläufig. Heutzutage werden Holzschutzmittel als gelöstes Konzentrat in Containern geliefert, dem Wasser zugesetzt und vor Ort verarbeitet. Viele Wirkstoffe fixieren bereits ab der Gefährdungsklasse 1 (Holzfeuchte von unter 20% muss sichergestellt sein), die Fixierzeit ist bei den meisten Produkten auf einige Stunden reduziert.

Organische wasserlösliche Salze sind für die Gefährdungsklassen 3 und 4 zugelassen. Sie fixieren ohne den Zusatz von Chromaten. [3]

Lösemittelhaltige HSM bestehen zu 80 - 95% aus organischen Lösemitteln und biozid wirkenden organischen Verbindungen. Zum Schutz gegen Holzfäule (Pilze) und Holzverfärbung, dienen pilzwidrige Wirkstoffe (Fungizide). Zum Schutz gegen holzzerstörende Insekten werden Insektizide eingesetzt. Diese Wirkstoffe sind in Anteilen von 2 - 5% in den Lösemitteln enthalten, wobei meist Wirkstoffkombinationen eingesetzt werden. Einige der verwendeten Fungizide und Insektizide werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Besonders problematisch waren Pentanchlorphenol- (PCP) und Lindan-haltige Mittel, die seit etwa 20 Jahren verboten sind. Beim Sanieren und Renovieren ist deshalb darauf zu achten, dass alte, eventuell belastete Hölzer, fachgerecht entsorgt werden. Aber auch die gegenwärtig eingesetzten Wirkstoffe (z. B. Pyrethroide) können bedenklich für die Gesundheit sein.

Bei den öligen HSM handelt es sich um Teerölpräparate und Kresol.

Neu auf den Markt kommende Stoffe müssen durch die Behörden zugelassen werden (siehe Biozid-Richtlinie).

Die meisten Toxikologen gehen davon aus, dass die Gefahren durch Langzeiteinwirkung von Holzschutzmitteln während der Nutzungsphase von den verwendeten Bioziden (Wirkstoffen) ausgehen. Auch ein gesetzliches Verbot von einzelnen Stoffgruppen löst nicht umgehend die gesundheitlichen Problematiken. So zeigte eine 2008 veröffentlichte Studie des Umweltbundesamtes in Deutschland, dass der Hausstaub in Haushalten mit Umweltschadstoffen belastet sind, die bereits seit mehreren Jahren nicht mehr in Deutschland vertrieben werden dürfen. Zwischen Mai 2003 und 2006 wurden 600 Haushalte in Deutschland untersucht: In 83% der Hausstaubproben wurde das oben genannte, seit geraumer Zeit verbotene Holzschutzmittel PCP (Pentachlorphenol) nachgewiesen. Der Kinder-Umwelt-Survey 2003/2006 kann unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3356.pdf kostenlos herunter geladen werden.

Checkliste

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  • Holz darf nicht zu feucht eingebaut werden (Trocknungszeit respektieren) und soll nur begrenzt Feuchtigkeit ausgesetzt werden. [3], [7]
  • Unbedingt die Gefährdungsklasse vor dem Einsatz von HSM ermitteln.
  • Chromat-haltige Holzschutzmittel vermeiden (alternative Stoffe: z.B. Kupferverbindungen, quartäre Ammoniumverbindungen, Ammoniumsalze, Triazole). [3]
  • Kontakt mit HSM vermeiden, Kennzeichnung anbringen und das Mittel unzugänglich lagern. [3]
  • Beim Einsatz von Holzschutzmitteln auf der Baustelle, muss ein Auswaschen des Holzschutzmittels in das Erdreich, in Gewässer oder die Kanalisation verhindert werden. [7]
  • Beim Auftragen Streichverfahren dem Spritzen bevorzugen. [3]
  • Um die Wieder-, Weiterverwertung bzw. die richtige Entsorgung des Holzes zu gewährleisten, muss die Holzbehandlung schriftlich dokumentiert werden.
  • Organische Holzschutzmittel aus gesundheitlichen Gründen in Innenräumen vermeiden.

Links

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http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/stoff/holzschutz_1996.htm

2009 v 2.1

  ANGEFÜGTES DOKUMENTDATEIEN
  B.2.6 Holzschutzmittel 2.1

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