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Bodenbelag

Einführung
Checkliste
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Materialvergleich


Einführung

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Bodenbeläge lassen sich nach verschiedenen Merkmalen einteilen. Dabei kann z.B. eine Einteilung nach

  • dem Anwendungsbereich (Wohnen, Gewerbe, Industrie),
  • der Rohstoffherkunft (mineralisch, nachwachsend, fossil),
  • der chemischen Zusammensetzung (organisch, anorganisch),
  • der Beschaffenheit der Produkte (textil, elastisch, hart)

vorgenommen werden.

Wichtige Eigenschaften von Bodenbelägen sind Dichte, Härte, Brandverhalten sowie schalltechnische und wärmetechnische Eigenschaften. Nachfolgend werden die Beanspruchungsklassen für Bodenbeläge aufgeführt:

Tabelle 1: Beanspruchungsklasse nach Anwendungsbereichen
Anwendungs-
bereich
Wohnbereiche
Gewerbebereiche
Industriebereiche
Beanspruchung
mäßig
normal
stark
mäßig
normal
stark
sehr stark
mäßig
normal
stark
Beanspruchungs-
klasse
21
22
23
31
32
33
34
41
42
43

Die Herstellung der Beläge ist nicht umweltproblematisch, die meisten Umweltauswirkungen entstehen bei der Herstellung der Rohstoffe und der Befestigung (siehe dazu Kapitel Klebstoffe). Weiter sind die Umweltauswirkungen der Reinigung und Pflege der Böden ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss[10]1. In dem nachfolgenden Materialvergleich liegt den Vergleichsdaten der Umweltauswirkungen eine Studie zugrunde, die Auswirkungen des Bodenbelags über 20 Jahre Lebensdauer ganzheitlich zusammenfasst. Darin ist z.B. auch die Reinigung enthalten.[10]

Tabelle 2: Rohstoff-Zusammensetzung von Bodenbelägen
Produktgruppe
nachwachsende Rohstoffe [%]
fossile Rohstoffe [%]
mineralische Rohstoffe [%]
Holz-Bodenbeläge
80-100
0-20
0
Laminat-Bodenbeläge
80-85
15-20
0
Linoleum-Bodenbeläge
65-75
<1
25-35
Polyolefin-Bodenbeläge
0
30-90
10-70
PVC-Bodenbeläge
0
35-55
45-65
Gummi-Bodenbeläge
0-10
20-55
45-70
Naturfaser-Teppichböden
45-100
0-35
0-35
Kunstfaser-Teppichböden
0-5
55-100
0-45

Checkliste

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  • Unbedingt Böden mit passenden Belastungsklassen für den jeweiligen Anwendungsfall auswählen. Dabei auf langlebige, pflegearme Produkte zurückgreifen.
  • Lösemittelfreie oder  - arme Kleber benutzen (siehe dazu Kapitel Klebstoffe). [3]
  • Mechanische Befestigungen möglichen Klebeverbindungen vorziehen (lose Verlegung mit doppelseitigem Klebeband, schwimmende Verlegung mit Verleimung nur an den Seiten oder mechanische Befestigungsart mit Nageln, Schrauben). [3]
  • Verlegung soweit planen, dass eine zerstörungsfreie Wiederaufnehmbarkeit und Wiederverwertung möglich ist. [2]
  • Einheimische Holzarten (europäische) bevorzugen. Gezielt Hölzer aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern einsetzen. Dazu das internationale kontrollierte FSC2- oder PEFC3- Label beachten.
  • Die Oberflächenbehandlung soweit wie möglich werkseitig anbringen, da das Werk besser ausgerüstet ist, um die dabei entstehenden Emissionen aufzufangen.
  • Bei den elastischen Bodenbelägen auf hohe nachweisbare Produktqualität achten, das wirkt Emissionen während der Nutzungsphase entgegen.
  • Reinigung und Pflege der Böden während der Nutzungsphase ist emissionsintensiv, hier auf umweltfreundliche Durchführung achten.

Links

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www.bodenleger.de/

www.gut-ev.de

www.agpr.de

www.emicode.de

www.fsc-deutschland.de

www.pefc.lu

www.pefc.org

Materialvergleich

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Im Materialvergleich werden jeweils Punkte (+) vergeben, die Auskunft darüber geben, in welcher Relation die Umweltauswirkungen zueinander stehen. Je mehr Punkte desto vergleichbar geringer die Umweltauswirkungen.



Bodenbelag (Teil I)
Linoleum
Gummibelag
PVC-Bodenbelag
Polyolefin- Bodenbelag
Massivholzparkett 4
Herstellung
Inhaltsstoffe
Leinöl, Kolophonium-Harz, Holz- und Korkmehl, mineralische Füllstoffe, Jute, Additive (Pigmente), Kunstharze, Trocknungsstoffe
Naturkautschuk / Synthesekautschuk, mineralische Füllstoffe (Kreide, Kaolin), Additive (Pigmente), Trägermaterial (Kork, Schaumstoffe)
Polyvinylchlorid, Füllstoffe (Kreide, Kaolin), Additive (Pigmente), Trägermaterial (Jute, Polyestervliese), Oberflächenbehandlung
Polyolefine, Füllstoffe (Kreide, Kaolin), Additive (Pigmente), Oberflächenbehandlung
Holz, Bindemittel, Oberflächenbehandlung (Öl, Wachs, Versiegelung)
Energie-aufwand in MJ/m2 4 [10]
+++++
++++
++++
+++++
+
Treibhaus-potenzial in kg CO2Äq/m2 [10]
+++
+++++
++++
+++++
+
Versauerung in mol H+/m2 [10]
+++++
+
++++
+++++
k.A.
Photosmog in g EthylenÄq/ m2 [10]
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
Herstellungsort
Europa
Großregion
Großregion
Großregion
Großregion
Material-spezifische Hinweise
VOC- Emissionen
-
VOC- Emissionen
VOC- Emissionen
VOC- Emissionen
Einbau
Dichte in kg/m³
750 (Korklinoleum)  -  1200 (Linoleum)
1500  -  1700
800 (geschäumter Belag)  -  1550 (homogener Belag)
900  -  1700
655  -  715 (Laubholz)
470  -  605 (Nadelholz)
Wärme-leitfähigkeit in W/(mK)
0,081 (Korklinoleum)  -  0,12 (Linoleum-Verbundbeläge)  -  0,17 (Linoleum)
0,235
0,23
0,23
0,20 (Laubholz)
0,13 (Nadelholz)
Baustoff­klasse
B1
B1  -  B2
B1  -  B2
B1
B1 (Laubholz)
B2 (Nadelholz)
Material-spezifische Hinweise / Schadstoffbe­lastungen
Klebertyp beachten (VOC, Isocyanate, Formaldehyd)
beim Verfugen von 2-Komponenten-Fugenmasse VOC-Emissionen möglich, Klebertyp beachten (VOC, Isocyanate, Formaldehyd)
Klebertyp beachten;
Phthalate, Vinylchlorid, Formaldehyd (Kleber)
Klebertyp beachten
Klebertyp beachten, Klebertyp beachten, Oberflächenbehandlung beachten, keine Insektizide oder Fungizide verwenden;
Holzstaub (Feinstaubmaske), je nach Oberflächenbehandlung Isocyanat- oder Lösemittelbelastungen möglich
Nutzung
Anwendungs-bereich
Wohnungsbau, Verwaltung, Gewerbe; kein Einsatz im Nassbereich
Gewerbe und Industriebereich
Wohnungsbau, Objektbereich und Industriebereich
Wohnungsbau, Objektbereich
Wohnungsbau, Verwaltung und Gewerbe, im Nassbereich vermeiden
Mittlere Nutzungs-dauer in a
20
206
20
-
60 (Hartholz), 8 (Versiegelungen und Lack), 4 (Imprägnierungen, Öl und Wachs)
Instand­haltung
stark alkalische Reinigungsmittel vermeiden, Reparaturen möglich
pH-neutrale Putzmittel nutzen
-
-
Oberflächenbehandlung muss regelmäßig erneut werden, durch Abschleifen der Oberfläche kann die Nutzschicht erneuert werden
Material-spezifische Hinweise / Schadstoffbe­lastungen
Abbauprodukte können emittieren (VOC, Aldehyde, Chloranisole), Klebertyp beachten
Abbauprodukte der Styrol-Butadien-Struktur können emittieren (Nitrosamine - Vulkanisationsbeschleuniger, VOC, Vinylcyclohexan - Synthesekautschuk, 4-Phenyl-cyclohexan), Klebertyp beachten
Weichmacher (Phthalate), Vinylchlorid, eventuell Formaldehyd oder Isocyanate des Klebers oder der Oberflächenversiegelung
Klebertyp beachten; eventuell Formaldehyd oder Isocyanate des Klebers oder der Oberflächenversiegelung
Klebertyp beachten;
je nach Oberflächenbehandlung sind Isocyanat-, Lösemittel-, Biozid-, Flammschutzmittel- oder Terpenbelastungen möglich
Raumklima
+ feuchtigkeitsregulierend
+ atmungsaktiv
+ antistatisch
(jeweils nur ohne Oberflächenbeschichtung)
k.A.
- diffusionsdicht
- wasserdampfdicht
- elektrostatisch
- elektrostatisch
- diffusionsdicht
+ fußwarm
Unversiegeltes Holzparkett:
+ atmungsaktiv
+ feuchtigkeitsregulierend
+ antistatisch
Versiegeltes Holzparkett:
- diffusionsdicht
- elektrostatisch
Rückbau
Recycling-fähigkeit
gesäuberte Beläge theoretisch wieder-verwendbar bzw. zum Teil biologisch abbaubar, energetische Verwertung
saubere Altbeläge können theoretisch verschiedenen Produkten beigemengt werden (Downcycling), energetische Verwertung
Wiederverwertung von sauberen PVC als Produktrohstoff möglich 7, energetische Verwertung ist problematisch
stoffliche Weiterverwertung von sauberen Beläge theoretisch möglich, energetische Verwertung
je nach Befestigungssystem ist eine stoffliche Wiederverwertung möglich, energetische Verwertung

4) nur eine Probe

5) Klasse der Kunststoffbeläge

6) Annahme: gleiche Lebensdauer wie PVC oder Linoleum

7) Infos dazu gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR). http://www.agpr.de/



Bodenbelag (Teil II)
Laminat
Naturfaser-Teppichboden
Kunstfaser-Teppichboden
Naturstein-Bodenbelag
Keramische Fliesen und Platten
Herstellung
Inhaltsstoffe
Holz , Papier, Bindemittel (Kunstharz), Additive
Wolle (Schafsschurwolle), Fasern (Kokos, Sisal, Jute), Kautschuk, Jute, Füllstoffe (Gesteinsmehle) Additive
Kunststoff (Polyamid, Polypropylen, Polyester, Polyacryl), Kautschuk, Jute, Füllstoffe (Gesteinsmehle) Additive
Gesteine
Quarz, Feldspat, Ton, Kaolin, Wasser
Energie-aufwand in MJ/m2 1 [10]
k.A.
k.A.
+++
k.A.
k.A.
Treibhaus-potenzial in kg CO2Äq/m2 [10]
k.A.
k.A.
+++++
k.A.
k.A.
Versauerung in mol H+/m2 [10]
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
Photosmog in g EthylenÄq/ m2 [10]
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
k.A.
Herstellungs­ort
Großregion
Europa
Europa
Europa / Import weltweit
Großregion
Material-spezifische Hinweise
-
-
-
meist hoher Transportaufwand
-
Einbau
Dichte in kg/m³
850  -  1100
-
-
1600 (vulkanische porige Natursteine), 2600 (Sedimentsteine  -  Sandstein, Muschelkalk, Nagelfluh), 2800 (kristalline metamorphe Gesteine  -  Granit, Basalt, Marmor)
2000 (Keramik und Glasmosaik)
Wärme-leitfähigkeit in W/(mK)
-
-
-
0,55 (vulkanische porige Natursteine), 2,3 (Sedimentsteine  -  Sandstein, Muschelkalk, Nagelfluh), 3,5 (kristalline metamorphe Gesteine  -  Granit, Basalt, Marmor)
1,2 (Keramik und Glasmosaik)
Baustoff­klasse
B1
B1  -  B3
B1  -  B3
Arbeitsgruppe
-
Material-spezifische Hinweise / Schadstoffbe­lastungen
Holzstaub (Feinstaubmaske),
Formaldehydemissionen je nach verwendetem Kleber (Klebertyp beachten)
Klebertyp beachten
Klebertyp beachten
-
Staubemissionen beim Zuschneiden
Nutzung
Anwendungs-bereich
Wohnungsbau, Verwaltung und Gewerbe, im Nass- und Feuchtbereich vermeiden
Wohnungsbau und Gewerbe
Wohnungsbau und Gewerbe
Innen - und / oder Außenbodenbelag
Innen - und / oder Außenbodenbelag
Mittlere Nutzungs-dauer in a
-
10
10
70 (Naturstein weich), 100 (Naturstein hart)
60 (Keramik)
Instandhal­tung
Renovierung ist nur durch Austausch des Bodenbelags möglich
-
Renovierung kaum möglich, meist muss gesamter Belag ausgewechselt werden, sind Schmutz empfindlich
-
einzelne Fliesen können problemlos ausgetauscht werden
Material-spezifische Hinweise / Schadstoffbe­lastungen
Klebertyp beachten, Formaldehyd, Isocyanate (je nach Bindemittel und Verarbeitung
bei SBR Rücken entstehen Emissionen durch Abbaubauprodukte (VOC, Weichmacher, Flammschutzmittel, Isocyyanate), Klebertyp beachten, Biozide (Eulan)
Abbauprodukte können emittieren (VOC), Klebertyp beachten;
anfängliche Geruchsbelästigungen möglich, Weichmacher, Flammschutzmittel, Isocyyanate (je nach Teppichrücken), vereinzelt Biozide
zum Teil erhöhte radioaktive Belastung bei vulkanischen Steinen (Granit, Basalt);
keine Belastung bei Sedimentsteinen (Sandstein, Marmor, Muschelkalk)
-
Raumklima
+ fußwarm
- elektrostatisch
- diffusionsdicht
(je nach Oberflächenbehandlung)
+ fußwarm
+ feuchtigkeitsregulierend
+ antistatisch
+ schallisolierend
+ fußwarm
- diffusionsdicht
+ antistatisch
- fußkalt
+ antistatisch
- diffusionsdicht
- raumkalt
Rückbau
Recycling-fähigkeit
energetische Verwertung
energetische Verwertung
energetische Verwertung
Wiederverwendung theoretisch möglich, Weiterverwertung als Kies oder Füllstoffe
fallen in der Regel als Bauschutt an, intakte Fliesen können gesäubert und wiederverwendet werden



1) Es wurden sowohl der erneuerbare und der nicht-erneuerbare Energieaufwand berücksichtigt.

2008 v 2.0



  ANGEFÜGTES DOKUMENTDATEIEN
  B.2.7 Bodenbelag 2.0

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