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Anleitung zur Nutzung des Leitfadens









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Einleitung

Nachhaltigkeit bedeutet den Bedürfnissen heutiger Generationen gerecht zu werden, ohne die Chancen zukünftiger Generationen zu gefährden. Die Vorgehensweise entwickelte sich aus der Erkenntnis, dass ein ökologisches Gleichgewicht nur unter gleichberechtigtem Einbezug ökonomischer Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit erfolgen kann.

Bei der ganzheitlichen Betrachtung der Umweltauswirkungen von Gebäuden ist es wichtig, alle Lebensphasen, also Planung, Ausführung, Nutzung und Rückbau des Gebäudes zu betrachten (Abbildung 1) und verschiedene Grundsätze zu berücksichtigen, die nachfolgend aufgezeigt werden.







Abbildung 1: Bildliche Darstellung des Bauwerklebenszyklus


Nachhaltiges Bauen kann nicht nach einem feststehenden Konzept erfolgen. Zur Umsetzung eines Bauvorhaben muss ein spezifisches Konzept, unter Einbezug aller Akteure mit Lösungsansätzen und Maßnahmen entwickelt werden. In diesem Dokument wird versucht, diesem Leitgedanken Rechnung zu tragen. Wichtig ist, alle beteiligten Akteure zusammen zu bringen, das Gesamtkonzept auf Nachhaltigkeit auszulegen und entsprechend zu kommunizieren.

Als erstes sollten die Stoffströme betrachtet werden. Bereits in der Planungsphase, müssen die Vorraussetzungen effizientes Stoffstrom­management geschaffen werden. Jegliche Bauaktivität ist mit Stoffflüssen verbunden, welche eine Auswirkung auf die Umwelt haben. Oft sind die positiven Auswirkungen durch Reduzieren der Stoffflüsse größer als die durch eine optimierte Materialauswahl.

Die Planung sollte zuerst die Notwendigkeit des Neubaus hinterfragen. Weiter sollte die Raumplanung dem Bedarf angepasst und das Gebäude auf eine lange Nutzungszeit ausgelegt, sowie auch für zukünftige Umbaumaßnahmen variabel sein.

Bei der Planung sollte bereits auf langlebige Materialien zurückgegriffen werden, die einfach instand zu halten sind. Hierbei sollten Verbundmaterialien vermieden werden, die schwer zu trennen und zu recyceln sind. Zudem sollte bei der Materialauswahl von dem Minimierungsgedanken ausgegangen werden, das heißt jede unnötige Einwirkung von Schadstoffen auf die Umwelt und gerade im Wohnbereich auf den Menschen sollte vermieden werden.

Um die Materialumsätze zu verringern und die natürlichen Ressourcen zu schonen sollte in vielen Bereichen auf erneuerbare oder quasi unerschöpfliche Ressourcen oder Recyclate zurückgegriffen werden. [33]

Bei der Materialbeschaffung ist es wichtig auf regionale Materialien zurückzugreifen, um den Transportaufwand gering zu halten. Die nachfolgend dargestellten Tabellen 1 und 2 zeigen die Umweltauswirkungen verschiedener Transportarten pro gefahrenen Kilometer. Grundsätzlich sollte ein emissionsarmes Transportmittel bevorzugt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass Leerfahrten vermieden werden, was bedeutet, dass eine maximale Auslastung des Fahrzeugs erreicht wird. Gerade bei transportintensiven Materialien oder Waren sollte hinterfragt werden, ob nicht auch auf ein regionales Produkt zurückgegriffen werden kann.

Tabelle 1: Vergleich der Transportemissionen 1
Betrieb
Transportart
Lieferwagen <3.5t
LKW 16t
LKW 32t
Schiene Europa
erneuerbarer
Energieaufwand in GJ/km [14]
0,57
0,11
0,04
0,05
nicht-erneuerbarer
Energieaufwand in GJ/km [14]
18,16
6,03
2,78
0,71
Treibhauspotenzial in g CO2Äq/km [14]
1,11
0,37
0,16
0,04
Versauerung in mg SOxÄq/km [14]
6,12
2,41
1,18
0,24
Photosmog in mg EthylenÄq/km [14]
0,77
0,09
0,03
0,01

Tabelle 2: Vergleich der Transportemissionen 2
Betrieb
Transportart
Luft interkonti­nental
Frachter Binnen­gewässer
Binnen­tankschiff
Frachter Übersee
erneuerbarer
Energieaufwand in GJ/km [14]
0,14
0,01
0,01
0,00
nicht-erneuerbarer
Energieaufwand in GJ/km [14]
16,25
0,65
0,59
0,17
Treibhauspotenzial in g CO2Äq/km [14]
1,08
0,05
0,04
0,01
Versauerung in mg SOxÄq/km [14]
4,78
0,43
0,40
0,24
Photosmog in mg EthylenÄq/km [14]
0,18
0,01
0,01
0,01



Bei der Ausführung ist ein wichtiger Punkt das Baustellenmanagement, sowie falls notwendig die Bodenarbeiten. Bei diesen Arbeiten muss darauf geachtet werden, das die Bodenschichten nicht vermischt werden, um die Bodenstruktur zu erhalten. Beim Abtransport der Böden muss auf die richtige Weiterverwendung mit möglichst geringem Transportaufwand geachtet werden (siehe dazu

www.environnement.public.lu/guichet_virtuel/GV_dechets/index.html.)

Die Nutzungsphase eines Gebäudes ist vor allem gekennzeichnet durch den Verbrauch an Energie, Wasser und Reinigungsmitteln. Hier sollte auf eine Reduzierung hingearbeitet werden, die bereits in der Planungsphase angestrebt werden muss. Es ist wichtig, dass die Energie- und Stoffströme der Nutzungsphase nachvollziehbar sind. Durch ein Monitoring lassen sich Fehlfunktionen einfach bestimmen und beheben, sowie die Betriebskosten senken. Zur Erhaltung der Gebäudefunktionen und -substanz ist eine regelmäßige Wartung unerlässlich.

Beim Rückbau eines Gebäudes sollte eine hohe Weiter- und Wiederverwendung der Materialien angestrebt werden. Bauteile können Recyclingbörsen zugeführt werden. Abfall zur Beseitigung sollte auf ein Minimum reduziert werden. Bedeutend ist die vorbildliche Entsorgung aller Bauabfälle, einschließlich Dokumentation.

Selbstverständlich darf die Nachhaltigkeit nicht zu Lasten anderer wichtiger Parameter gehen; dazu zählen in erster Linie die Gesundheit sowohl während der Bau- als auch während der Nutzungsphase. Demzufolge wurden die baubiologischen Aspekte der verschiedenen Baumaterialien und mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf die Bewohner und die ausführenden Handwerker (Arbeitsmedizinscher Schutz) in den vorliegenden Leitfaden integriert.

2008 v 2.0

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